Traurige alleinstehende Seniorin, die zu Hause durch das Fenster schaut

Einsamkeit

Einsamkeit bedeutet eine ungewollte soziale Isolation. Wer einsam ist, ist unzufrieden mit seinen/ihren Beziehungen und/oder mit sich selbst. Veränderungen, zunehmendes Alter, Urbanisierung und Digitalisierung, Stress und das Abweichen von gesellschaftlichen Normen sind Faktoren, die uns unfreiwillig sozial isolieren und einsam machen können.

Rund 14 Prozent der 46- bis 90-jährigen gaben im Jahr 2020 im Rahmen einer Erhebung in Deutschland an, sich einsam zu fühlen. In den Jahren zuvor waren es rund neun Prozent . Das ist in Anbetracht der sozialen Einschnitte durch Corona nicht weiter verwunderlich. Wir sind soziale Wesen und emotional aufeinander angewiesen.

Nicht zu verwechseln ist Einsamkeit mit dem Alleinsein. Selbstgewählter Rückzug oder Alleinsein sind nicht immer negativ. Sie sind Möglichkeiten Stress abzubauen, sich zu entspannen oder um Energie aufzutanken. Dem Alleinsein folgt also nicht automatisch die Einsamkeit. Gedanken wie „ich bin anders, als die Anderen“, „ich habe kein Zuhause“, „niemand mag mich“, „ich bin ganz alleine mit meinen Problemen“ etc. gehen mit Einsamkeit oft einher. Auf emotionaler Ebene fühlen Sie sich vielleicht enttäuscht, gekränkt, verletzt oder ausgegrenzt. Ihr Körper signalisiert Ihnen womöglich Anspannung, Gereiztheit, Unruhe oder Nervosität. Unser Einsamkeitsempfinden zeigt uns also auf vielen Ebenen des Erlebens unser starkes Bedürfnis nach sozialem Anschluss und Nähe.

Wann wird Einsamkeit ein Problem?

Vorübergehende Einsamkeit kennen die meisten von uns. Beispielsweise wenn ein geliebter Mensch uns verlässt oder stirbt. Sie trauern zunächst um den Verlust. Mit der Zeit lernen Sie mit Ihrem Schmerz und der neuen Situation umzugehen. Nach einer kurzen Rückzugsphase werden Sie wieder aktiver. Anders ist es, wenn unsere eigenen Anpassungsfähigkeiten und die Möglichkeiten von sozialer Unterstützung begrenzt sind. Durch das Fehlen sozialer Eingebundenheit und Anteilnahme entsteht ein Gefühl, dass niemand für einen da ist. Man fühlt sich wertlos. Es beginnt ein negativer Kreislauf. Je länger dieser belastende Zustand anhält, desto eher spricht man von chronischer Einsamkeit. Es ist vermutlich bereits sehr schwierig geworden selbst aktiv mit Menschen in Kontakt zu treten. Sie fühlen sich unter Menschen unwohl, überfordert oder gestresst. Dann ist in jedem Fall Unterstützung von außen notwendig!

Was können Sie selbst tun?

Es fällt uns nicht leicht einzugestehen, einsam zu sein. Ein wichtiger Schritt ist es, die Einsamkeit als solche anzuerkennen. Machen Sie sich klar was Ihnen fehlt, wonach Sie suchen, welche Sehnsüchte Sie haben – aber ohne den Druck, gleich daran etwas ändern zu müssen.
Wenn Sie der Gedanke überfordert, anderen Menschen aktiv zu begegnen, kommen Sie zunächst mit sich selbst in Kontakt. Sie sind es wert, dass Sie sich gut um sich kümmern. Kochen Sie sich etwas Besonderes, gehen Sie raus (in die Natur), kommen Sie in Bewegung. Tun Sie sich etwas Gutes und seien Sie freundlich zu sich selbst!


Erweitern Sie Ihren Aktionsradius und Ihre Möglichkeiten. Strecken Sie Ihre kleine Zehe sozusagen ins kalte Wasser und probieren Sie sich aus! Würdigen Sie kleine Erfolge im Alltag und schrauben Sie Ihre Erwartungen hinunter. Seien Sie nicht zu kritisch mit sich selbst und den Mitmenschen.
Kommen Sie aus Ihrem „Schneckenhaus“ und verlassen Sie den lange aufgebauten „sicheren“ Hafen. Setzen Sie sich sozialen Erfahrungen aus. Sie müssen ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.
Geben Sie dem Leben einen (neuen) Sinn: Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft jemanden, der Hilfe braucht und möchte. Besuchen Sie Veranstaltungen, Interessensgemeinschaften oder suchen Sie einen Pensionistinnenklub in Ihrer Nähe auf. Vielleicht finden Sie dort Gleichgesinnte mit ähnlichen Leidenschaften! Eine weitere Möglichkeit geschützter sozialer Erfahrung kann auch Kontakt zu einer/einem klinischen Psychologin oder Psychotherapeut*in sein. Hier können Sie über Ihre Einsamkeit sprechen und einen Schritt raus aus der Isolation gemeinsam gehen.
Ganz allgemein: Pflegen Sie Ihre bestehenden Sozialkontakte. Diese stützen Sie im Leben und geben Halt in schwierigen Lebensphasen!

Sollten Sie noch unsicher sein, Fragen haben, selbst einsam sein oder jemanden kennen, bei dem Sie diesen Eindruck haben, wenden Sie sich an uns. Wir sind offen für Ihr Anliegen, und behandeln es vertraulich. Wir versuchen Ihre aktuelle Situation und Möglichkeiten zu verstehen und Sie zu unterstützen!
Machen Sie den ersten Schritt, wir gehen mit Ihnen den zweiten gemeinsam!

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